Autor: Pastor Helge Dittmer

Gott sagt:
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir;
hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!
(Jesaja 41, Vers 10)

Wovor fürchtest du dich?
Was macht dir Angst?
Was lässt dich sorgenvoll in die Zukunft schauen?
Welche Gefahren bedrohen dein Leben, dein Glück?

Du kannst diese Fragen persönlich nehmen.
Du kannst sie aber auch in einen größeren Zusammenhang stellen.
Du bist ja nicht allein auf dieser Welt:

  • Da ist deine Familie
    – Eltern, Geschwister, dein Lieblingsmensch, Kinder, Enkel.
  • Da sind deine Freunde.
  • Da sind die Menschen, mit denen du lebst –
    in deinem Land, in deinem Ort, in deiner Gemeinde, am Arbeitsplatz.
  • Da sind die Menschen, die du liebst
    und mit denen du unterwegs bist durch diese Zeit und Welt.

Wovor fürchtest du dich, wenn du an sie denkst?

Was macht dir Angst?
Was lässt dich sorgenvoll in die Zukunft schauen?
Welche Gefahren bedrohen euer Leben, euer Glück?

Vielleicht hast du auf diese Fragen sofort viele Antworten –
so real, so bedrückend, so schwer und groß
sind deine Sorgen, deine Ängste, deine Furcht, gerade jetzt.
Du bist damit nicht allein.

Vielleicht fällt es dir aber auch schwer, über solche Fragen nachzudenken –
weil es dir gerade richtig gut geht;
weil du momentan sorgen- und angstfrei lebst, mutig und getrost.
Wie gut, wenn das gerade so ist.
Das ist ein Geschenk.

Wie immer es auch sei:
Es ist in jedem Fall sinnvoll, sich diesen Fragen zu stellen.
Es ist hilfreich, Furcht und Ängste,
Sorgen und Gefahren zu benennen.
Sie können so schnell über uns hereinbrechen.
Und sie tun es ja auch immer wieder. Leider.
Wenn wir unsere Furcht und Ängste,
Sorgen und Gefahren in Worte fassen –
in Stich-Worte, in Schlag-Worte,
weil sie uns erschlagen, zusetzen, Schmerzen bereiten.
Dann ist das der erste Schritt,
sich ihnen zu stellen.

Mir war dabei die Aquarellmalerei zur Jahreslosung 2027
von Petra Krzeminski eine Hilfe –
auf eine ganz besondere Weise:

Ich habe das Bild kurzerhand auf meinen Rechner geladen.
Und nach ein paar Klicks in meinem Fotoprogramm
war es nicht mehr farbig, sondern schwarz-weiß,
in 256 Graustufen.

Jetzt fiel es mir leichter, mich den Fragen zu stellen:
Wovor fürchte ich mich?
Was macht mir Angst?
Was lässt mich sorgenvoll in die Zukunft schauen?
Welche Gefahren bedrohen mein Leben, mein Glück –
und das, der Menschen an meiner Seite?


Plötzlich bekam die Dunkelheit ein Gesicht.
Mit einem Mal konnte ich all die unterschiedlichen
Engel der Finsternis benennen.
Die Fratzen, die mich angrinsen.
Die Wellen, die über mich hereinbrechen.
Der dunkle Nebel, der mich verschluckt.
Sie bekamen Namen.
Ein Wort nach dem anderen
konnte ich neben und in das Bild schreiben.
Es war wie ein stummes Gebet,
ein geschriebener und gemalter Schrei nach Hilfe.
Es entstand eine Stich- und Schlag-Wort-Klage,
mit der ich all das vor Gott
sichtbar, lesbar, hörbar gemacht habe:
Wovor ich mich fürchte.
Was mir Angst und Sorgen macht.
Und welche Gefahren mich schrecken.


Vielleicht versuchst du es ruhig auch einmal?! Es lohnt.

Und dann,
wenn der Fluss deiner Worte und Gedanken versiegt.
Dann leg die farbige Original-Version des Bildes mit der Losung daneben:
Leg Gottes Wort neben deine Worte.
Leg seine Antwort auf
deine Furcht, deine Angst, deine Sorgen, deine Schrecken
neben dein dunkles Klage-Gebets-Bild.
Lies dir Gottes Wort laut vor – und höre.
Schau hin, was Du siehst – und staune.                              

Gott sagt:

Gott zieht der Furcht und der Angst den Stecker,
vom einen auf den anderen Augenblick.
Gott knipst das Licht an und die Finsternis weicht.
Sein Wort legt den Schalter um.
Gott bringt ein Stück Himmel auf die Erde.
Er setzt seine Farben gegen unser dunkles Schwarz-Weiß.
Gott trägt seine beflügelnde Liebe dorthin,
wo Hass und Leid und Not
uns den Atem rauben und niederdrücken.
Es sind vier Sätze, die bringen, was sie sagen.
Es sind vier Zusagen, die Wirklichkeit schaffen,
in dem Augenblick, in dem sie ausgesprochen werden:

Fürchte dich nicht.
Hab keine Angst.
Dein Herz werde ruhig und still.
Ich bin mit dir.
An mir kommt keiner vorbei.
Du bist sicher. Fest versprochen.
Ich bin dein Gott.
Dein Leben und dein Glück,
euer Leben, euer Glück,
sie werden von mir geschützt,
komme, was wolle.


Gott steht selbst dafür ein:
Er tritt in Jesus höchstpersönlich an unsere Seite.
Wir sehen ihn, ganz vorne im Bild, vor allem anderen.
Weniger geht nicht. Mehr auch nicht.
Gott bringt dabei immer auch seine Engel mit:
Er setzt alles ein, was er hat – für uns.
Auch das kann die Figur im Vordergrund ausdrücken.
Und sie zeigt zugleich auch jede(n) von uns,
dich und mich:
Wir müssen nicht im Dunkel liegen.
Wir dürfen im Licht stehen,
umgeben von der Weite des Himmels,
geborgen in Gottes Liebe,
die Farben seines Bogens in den Wolken reflektierend,
beflügelt durch sein Wort.
Die Furcht und die Angst, die Sorgen und der Schrecken,
das Dunkel von Versagen, Schuld, Krankheit und Tod
all das hat am Ende keine Chance,
wenn wir uns damit in Gottes Arme fliehen.

Fürchte dich nicht.
Hab keine Angst.
Ich bin mit dir.
Ich bin dein Gott.

Fürchtet euch nicht.
Habt keine Angst.
Ich bin mit euch.
Ich bin euer Gott.

Das Bild ist ein Mitnehm-Bild –
am besten in beiden Fassungen.
Denn das Wort von Gott
ist ein Mitnehm-Wort –
für jeden Tag,
fürs ganze Jahr und Leben,
für Zeit und Ewigkeit.


Gott will seine heilvollen Worte
immer wieder neu
gegen unsere Stich- und Schlag-Worte setzen.
Gott will die dunklen, schreckenden Fluten und Nebel,
all unserer Furcht und Angst und Sorgen,
immer wieder neu in ihre Schranken weisen.


Und wir dürfen dankbar erfahren:
Gottes machtvolle Worte verändern unsere Wirklichkeit.
Wo Gott spricht,
da wird Dunkles hell(er),
und Schweres leicht(er).
Langsam manchmal, aber es geschieht.
Wo Gott spricht,
da kommt wieder Farbe in unser Leben,
wie trostlos grau es bis eben auch ausgesehen haben mag.
So viel ist sicher.
Verlassen wir uns nur darauf.

Gott sagt:
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir;
hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!
(Jesaja 41, Vers 10)

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